mydefibri ist eine kostenlose iPhone-App, mit der sich Standorte öffentlich zugänglicher Defibrillatoren (AED) suchen und melden lassen sollen. Hier finden Sie, was sich über App und Anbieter belegen lässt, wie aktuell die App im September 2026 ist und welche Alternativen es heute gibt. Am Ende steht, wie eine Defi-App im Notfall sinnvoll eingesetzt wird.
Was ist mydefibri?
Im App Store beschreibt der Anbieter mydefibri als kostenloses Werkzeug, um Defibrillatoren zu suchen, zu finden und zu melden. Die App soll den nächstgelegenen AED innerhalb von Sekunden anzeigen. Die begleitende Website mydefibri.de trat mit dem Motto „suche. finde. melde“ auf und erklärte in kurzen Beiträgen, wie ein Defibrillator funktioniert. Als eigenständige Projektseite ist sie inzwischen nicht mehr erreichbar.
Das Prinzip entspricht dem vieler Defi-Karten: Die Standorte stammen zum Teil aus Meldungen der Nutzerinnen und Nutzer. Wie viele Standorte die Datenbank enthielt und wer die Meldungen prüfte, geht aus öffentlich zugänglichen Quellen nicht hervor.
Steckbrief laut App Store
| Merkmal | Angabe (Stand September 2026) |
|---|---|
| Name im Store | mydefibri - Defibrilatoren |
| Anbieter | Codana GmbH, Heilbronn |
| Copyright-Vermerk | econsor mobile GmbH |
| Kategorie | Medizin |
| Preis | kostenlos |
| Sprache | Deutsch |
| Geräte | iPhone und iPad ab iOS 8, Mac mit Apple-M1-Chip |
| Versionen | 1.0 (29.09.2017), 1.01 (04.10.2017), 1.1 (27.05.2018) |
| Bewertung | 2,1 von 5 Sternen bei 13 Bewertungen |
| Datenschutzangaben | vom Entwickler nicht hinterlegt |
Eine Android-Version ließ sich in den offiziellen Stores nicht nachweisen.
Wer steht hinter der App?
Anbieter ist die Codana GmbH aus Heilbronn, ein Dienstleister für individuelle Software, Apps und Webentwicklung. Laut Impressum ist sie beim Amtsgericht Stuttgart unter HRB 751997 eingetragen. Registerdienste führen unter derselben Nummer die econsor mobile GmbH. Der Copyright-Vermerk der App bezieht sich also auf den früheren Namen derselben Gesellschaft. Ob mydefibri ein Eigenprojekt oder eine Auftragsarbeit war, ist öffentlich nicht dokumentiert.
Wie aktuell ist die App?
Das letzte Update erschien am 27. Mai 2018. Seitdem hat die App mehr als acht Jahre lang keine neue Version erhalten. Die Rezensionen im App Store bemängeln unter anderem fehlende Defi-Standorte und Probleme bei der Standortbestimmung. Für den Ernstfall bedeutet das: Verlassen Sie sich nicht allein auf diese App. Eine Karte, deren Daten niemand erkennbar pflegt, kann Geräte zeigen, die längst umgezogen oder nur zu Öffnungszeiten zugänglich sind.
Alternativen zur Defi-Suche
Heute gibt es mehrere Angebote, die AED-Standorte zeigen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wer die Daten pflegt und ob die Rettungsleitstelle darauf zugreift:
| Angebot | Datenbasis | Besonderheit |
|---|---|---|
| OpenAEDMap | OpenStreetMap | Webkarte, Standorte kann die OSM-Community ergänzen |
| DEFImap (Region der Lebensretter) | eigenes AED-Kataster mit Zugangsinfos und Fotos | in die Ersthelfer-App integriert, Standorte stehen den angeschlossenen Leitstellen zur Verfügung |
| Defikataster (Definetz e.V.) | vom Verein und Ehrenamtlichen geprüfte Standorte, laut Store-Beschreibung rund 27.000 in Deutschland | eigene Android-App, zuletzt im Dezember 2025 aktualisiert |
| Regionale Kataster, etwa im Landkreis Emsland | Betreiber melden ihre Geräte bei der Rettungsleitstelle | die Leitstelle kann im Einsatz den nächsten verfügbaren AED erkennen |
Wer selbst einen AED betreibt, etwa in einer Praxis, einem Verein oder einem Betrieb, sollte ihn dort melden, wo die örtliche Leitstelle die Daten nutzt. Fragen Sie im Zweifel beim Rettungsdienst Ihres Landkreises nach.
So hilft eine Defi-App im Notfall
Der German Resuscitation Council fasst die Laienreanimation in drei Schritten zusammen: Prüfen, Rufen, Drücken. Daraus ergibt sich, wofür eine App taugt und wofür nicht:
- Prüfen: Reagiert die Person nicht und atmet sie nicht normal, beginnt die Wiederbelebung.
- Rufen: Den Notruf 112 wählen, idealerweise eine zweite Person.
- Drücken: Herzdruckmassage mit 100 bis 120 Kompressionen pro Minute und 5 bis 6 Zentimetern Tiefe.
- Defi holen lassen: Die Herzdruckmassage darf nicht unterbrochen werden, um einen AED zu suchen. Die Suche per App ist Aufgabe einer weiteren helfenden Person, während mindestens eine Person weiterdrückt.
Weitere Porträts aus der deutschen App- und Start-up-Szene finden Sie bei der AR-App GetBaff und beim Frankfurter Fintech Savedroid. Wie Gesundheitseinrichtungen ihre Angebote bekannt machen, beschreibt unser Beitrag mit Ideen für das Klinikmarketing.
Quellen
- Apple App Store: mydefibri - Defibrilatoren (abgerufen im September 2026)
- Codana GmbH: Impressum
- Implisense: Codana GmbH (ehemals econsor mobile GmbH)
- German Resuscitation Council: Wie funktioniert eine Reanimation?
- Region der Lebensretter: DEFImap
- OpenAEDMap
- Google Play: Defikataster
- Landkreis Emsland: AED-Kataster