GetBaff war eine Augmented-Reality-App der Düsseldorfer GetBaff GmbH, die analoge Oberflächen wie Plakate, Verpackungen oder Zeitschriftenseiten visuell zum Leben erwecken sollte.
Mit der App konnten Nutzer*innen ihr Smartphone auf eine Oberfläche richten und digitale Inhalte wie Videos oder Animationen in Echtzeit abrufen.
Ursprungsidee und Start
Im Januar 2018 testeten die Gründer Hendrik Gottschalk und Jan Owiesniak ihre erste AR-Version vor dem Legoland Discovery Center in Berlin. Sie reichten Passant*innen ihr Smartphone und baten sie, ein Werbeplakat anzustarren. Nach zwei Sekunden wurde ein YouTube-Video abgespielt. Die Reaktionen reichten von Staunen bis Überraschung – und es zeigte sich, dass AR viel greifbarer sein konnte. Das war der Moment, in dem sie entschieden, ihre ursprüngliche Idee von einem Businessclub aufzugeben und sich ganz der Augmented Reality zu widmen.
Funktionsweise der App
GetBaff funktionierte folgendermaßen:
- Ein Bild wurde über die Plattform hochgeladen, das erkannt werden sollte.
- Die App analysierte es und legte sogenannte Trackingpunkte fest.
- Dieses Bild wurde mit einem Video oder digitalem Inhalt verknüpft.
- In der App richtete man sein Smartphone auf das Bild – und das Video startete automatisch.
- Das Ganze funktionierte ohne QR-Code oder spezielle Marker – nur mit der App und einem Hinweis auf digitale Inhalte.
Anwendungsmöglichkeiten
GetBaff richtete sich an Marken, Verlage oder Unternehmen, die analoge Medien interaktiv gestalten wollten:
- Werbung oder Verpackungen konnten mit zusätzlichen Videos angereichert werden
- Zeitschriften oder Flyer ließen sich mit Film- oder Infoeinspielungen kombinieren
- In Restaurants konnte man per AR die Zubereitung eines Gerichts auf der Speisekarte sehen
- Bei Montageanleitungen konnten per Kamera Einzelschritte im Tutorial angezeigt werden
Technik: App, WebAR und Integration
Die App war als kostenlose Version für Android und iOS verfügbar. Zusätzlich bot GetBaff eine WebAR-Lösung, mit der AR direkt im Browser funktionierte – ohne App-Installation. Unternehmen konnten die Technologie auch über ein Entwickler-SDK in eigene Anwendungen einbinden.
Weiterführende Technologien: NFT und Blockchain
GetBaff beschäftigte sich auch mit Blockchain und NFTs (Non-Fungible Tokens). Damit ließen sich digitale AR-Animationen als einzigartige Sammlerstücke speichern und handeln.
Ein Beispiel: Das Unternehmen entwickelte im Mai 2022 ein NFT-Projekt mit der Süßwarenmarke Katjes – inklusive Artwork und Smart Contracts. Zudem war ein eigenes NFT-Projekt geplant, das AR und Gaming verbinden sollte.
Förderung durch Vodafone UPLIFT
Ab Anfang 2019 war GetBaff Teil des Vodafone UPLIFT-Programms. Dort erhielt das Team Cloud-Services als technische Basis. Diese Starthilfe ermöglichte erste Pilotprojekte, unter anderem mit Vodafone und ehemals Unitymedia. Das Startup war auch auf der Startup-Messe „Bits & Pretzels“ vertreten.
Fazit
GetBaff zeigte, dass jede analoge Fläche ein digitales Erlebnis sein konnte – ohne aufwendige Technik. Die Mischung aus einfacher Bedienung und breiter Einsatzmöglichkeit machte AR alltagstauglich. Der Blick auf Blockchain und NFTs zeigte, dass das Team auch über klassische AR-Anwendungen hinausdachte.
Das Unternehmen wurde inzwischen geschlossen. Die App ist nicht mehr aktiv verfügbar. Dennoch bleibt GetBaff ein Beispiel dafür, wie AR-Technologie kreativ und niederschwellig eingesetzt werden konnte.