KPKP – Kein Problem, kein Produkt: Porträt eines Podcasts über Lean Startup

„KPKP – Kein Problem, kein Produkt“ war ein deutschsprachiger Podcast über moderne Produktentwicklung und Lean Startup. Er lief von November 2016 bis Juni 2019 und umfasste 35 Folgen. Hier lesen Sie, wer ihn gemacht hat, wie das Format funktionierte, welche Gäste zu hören waren und warum die Macher bewusst aufgehört haben.

Steckbrief

MerkmalAngabe
Untertitel„Moderne Produktentwicklung, Lean Startup und sowas“
ModerationJacob Chromy und Christian Lortz
Erste Folge12. November 2016
Letzte Folge„KPKP034 FINALE!“, 30. Juni 2019
Umfang35 Folgen, etwa monatlich, im Schnitt knapp eine Stunde
SpracheDeutsch
RegionRhein-Main-Gebiet

Wer hinter KPKP stand

Die beiden Moderatoren kamen aus der Produktentwicklung. Jacob Chromy arbeitete nach eigenen Angaben 2019 als Stratege bei der Darmstädter Agentur quäntchen + glück und beriet Unternehmen zu Geschäftsmodellen und Produktentwicklung. Mit Lean Startup war er in seiner früheren Tätigkeit bei der Agentur ion2s in Berührung gekommen. Christian Lortz ist in Podcast-Verzeichnissen als Urheber des Formats eingetragen. Zusammen brachten die beiden nach eigener Darstellung mehr als 20 Jahre Berufserfahrung mit.

Worum es ging

Der Name fasst die Grundidee von Lean Startup zusammen: Ein Produkt braucht ein echtes Problem, das es löst. Wer ohne ein solches Problem entwickelt, baut an der Nachfrage vorbei. Um diese Frage kreisten die Gespräche: Wie testet man Ideen früh, wie findet man Testpersonen, welche Kennzahlen taugen etwas?

Chromy beschrieb das Format später als „Infotainment“: zwei Leute, die sich über Produktmanagement unterhalten und dabei auch unterhalten wollen. Eine feste Rubrik hieß „Start Up Raten“. Frühe Folgen enthielten zudem einen „Biertest“, den die Macher nach Rückmeldungen der Hörer strichen. Auch die Folgen wurden mit der Zeit kürzer. Später kamen Gäste hinzu, die über Spezialthemen wie Usability-Tests sprachen.

Eine Erkenntnis, die Chromy im Rückblick nannte: Der Net Promoter Score, also die Frage „Wie wahrscheinlich würden Sie uns weiterempfehlen?“, habe sich als Feedback-Instrument wenig bewährt. Aussagekräftiger seien Fragen nach tatsächlichem Verhalten, etwa ob jemand das Produkt schon einmal empfohlen hat. Bei etablierten Produkten helfe die Frage, wie sehr man es vermissen würde, wenn es wegfiele.

Die letzten zehn Folgen

Die Titel der Folgen 25 bis 34 zeigen die Mischung aus Gästen, Themenfolgen und einem wiederkehrenden Format namens „Stand jetzt“, in dem die Moderatoren ein Frankfurter Start-up über mehrere Monate begleiteten:

FolgeDatumThema
KPKP02501.11.2018Interview mit Dani Benz, Gründer des Sneaker-Händlers asphaltgold
KPKP02601.12.2018Kai Grolik von Holidu über Kennzahlen, Tests und Messung
KPKP02714.12.2018„Stand jetzt“: das Start-up LateBack Ende 2018
KPKP02801.01.2019Sebastian Koch von completeorganics (fermentiertes Gemüse)
KPKP02901.02.2019Crowdfunding in der Produktentwicklung
KPKP03001.03.2019Anna Scheffold: „Leave.The.Building!“ – Nutzerforschung auf der Straße
KPKP03101.04.2019„Stand jetzt“: LateBack im April 2019
KPKP03206.05.2019Zielgruppen für Tests gewinnen
KPKP03303.06.2019Wo wir uns schlau machen: Bücher, Newsletter, Podcasts
KPKP03430.06.2019Finale: Rückblick auf 2,5 Jahre und 35 Folgen

Die Daten stammen aus den Verzeichnissen Listen Notes und TuneIn; einzelne Daten können wegen Zeitzonen um einen Tag abweichen. Die Titel der Folgen 1 bis 24 konnten wir nicht vollständig nachprüfen.

Warum KPKP endete

Im Sommer 2019 veröffentlichte das Frankfurter Medium-Magazin hallofrankfurt ein Interview mit Jacob Chromy unter dem Titel „Was ist eigentlich KPKP – ein Nachruf“. Darin erklärt er, man habe aufhören wollen, solange es am schönsten ist, statt die Qualität langsam sinken zu lassen. Ein Podcast über schlanke Produktentwicklung, der sich über tausend Folgen hinzieht, passe nicht zur eigenen Botschaft. Als Zielgruppe nannte er Gründerinnen und Gründer, Menschen aus dem Produktmanagement und alle, die schon einmal mit einem Start-up gescheitert sind und es beim nächsten Mal schlanker angehen wollen.

Ist der Podcast noch verfügbar?

Stand September 2026 ist die frühere Website keinproblemkeinprodukt.de nicht mehr in Betrieb; die Domain wird zum Verkauf angeboten. Verzeichnisse wie Listen Notes, Podchaser und Spotify führen den Podcast weiterhin, bei Apple Podcasts ist er nicht mehr abrufbar. Wer selbst ein Format plant, findet im Beitrag Wie Sie Ihren eigenen Podcast produzieren die technischen und organisatorischen Grundlagen.

Die Kernidee von KPKP, erst das Problem der Kunden zu verstehen, hängt eng mit zwei Themen zusammen, die wir ausführlicher behandeln: Buyer Personas erstellen und die Sprache der Zielgruppe verstehen.

Quellen